Die Umrundung des heiligen Berg Kailash

Weiter geht es den Pilgerweg entlang. In Gedanken versunken vergehen die Kilometer. Ich überhole eine Herde Yaks, die Gepäck von Touristen transportiert. Beim Versuch ein Foto zu schießen, werde ich fast von den Yaks überrannt. Schnell weiter, aber bloß nicht zu schnell. Denn mit jeden Kilometer wird die Luft dünner.

Flüchten vor der Yakherde
Flüchten vor der Yakherde

In einem Tee-Zelt treffe ich Lydia, Jeroen und Nicolette. Sie sind früher vom Kloster aufgebrochen und hatten sich mit einem warmen Tee aufgewärmt. Ich genehmige mir eine Instant-Nudelsuppe, was ich auch instant bereue. Was für ein Geschmack! Egal, Hauptsache etwas Energie für die restlichen sieben Kilometer der ersten Etappe. Als ich aus dem Zelt hinausgehe, schieben sich die Wolken vom Gipfel des Kailashs und geben die Westfront des Berges frei. Sprachlos stehe ich da und lasse mich in den Bann des Schneeriesens ziehen. Was für ein schöner Berg.

Der freiziehende Kailash. Werde ich jemals mehr von dem Berg zu Gesicht bekommen?
Der freiziehende Kailash. Werde ich jemals mehr von dem Berg zu Gesicht bekommen?
Pilger auf dem Weg brauchen auch eine Pause
Pilger auf dem Weg brauchen auch eine Pause

Die letzten Kilometer zum Dirapuk-Kloster sind mühsam. Ich merke die 21 Kilometer in den Knochen. Das Kloster ist dunkelrot angestrichen, sodass die goldenen Figuren auf dem Dach besonders zur Geltung kommen. Nach und nach klart sich der Himmel auf und zum späten Nachmittag liegt der Kailash komplett frei vor uns. Anmutig sitzen wir auf einer Anhöhe hinter dem Kloster und bestaunen die Natur.

Das Kloster Dirapuk
Das Kloster Dirapuk
Die erste Etappe ist geschafft
Die erste Etappe ist geschafft
Der Kailash liegt nun frei!
Der Kailash liegt nun frei!
Panorama Kailash und Kloster
Panorama Kailash und Kloster

Wenig später beobachten wir noch eine kleine Zeremonie und dürfen uns für wenige Minuten in das Zimmer des Klostervorstehers setzen und beobachten, wie ein Kind gesegnet wird.

Nachts wache ich mit Schnappatmung auf. Wir sind in einem kleinen Gästehaus vor dem Kloster untergekommen. Aus dem Fenster glänzt der Kailash im Mondschein. Auf 5.000m Höhe bin ich in den normalen Atmungsrhythmus gefallen. Auf der Höhe bedeutet das aber zu wenig Sauerstoff für den Körper, weswegen eine Schnappatmung eingesetzt hat. Nur schwer finde ich in den kurzen Schlaf. Als der Wecker klingelt ist es noch dunkel. Ich fühl mich nicht gut. Genau heute wo der große Pass vor uns liegt.

Blick aus dem Fenster
Blick aus dem Fenster

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Reiseliteratur

Mathias Verfasst von:

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