Panama – Letzte Station in Zentralamerika

Panama. Unser erstes großes Etappenziel auf dem Weg nach Feuerland. Von hier aus möchten bzw. müssen wir nach Südamerika übersetzen. Doch bis der Pajero die Räder auf dem südamerikanischen Kontinent setzen wird, ist es noch ein langer Weg.

In Panama angekommen ziehen wir uns zunächst einen warmen Pulli an. Denn auf dem Weg von der Karibik bis zum Pazifik müssen wir einen knapp 2.000 Meter hohen Pass überwinden. Dort schlagen wir unser Nachlager auf und ob ihr es glaubt oder nicht: Es wurde richtig frisch. Dazu drohten dicke Regenwolken sich jeden Augenblick zu entleeren. Aber wir hatten Glück – es bleibt trocken. Und um ein bisschen Heimatfeeling aufkommen zu lassen gibt es erstmal Käsespätzle.

Etwas versteckt lassen wir uns nieder
Erster Stellplatz in Panama
Phia kocht Spätzle
Letzter Blick auf die Karibik

Am Pazifik steuern wir, wie es sich gehört, einen Strand an. Unter Palmen schlagen wir unser Lager auf, liegen in der Hängematte und starren aufs Meer. Da bei dem ganzen Regen der letzten Tage unser Dreckwäschesack einiges an Feuchtigkeit abbekommen hat, müssen wir eine Notwäsche machen. Angenehme Gerüche drangen nicht gerade aus unserem Säckchen. Erst als sich die Sonne dem Horizont nähert starten wir zu einem Strandspaziergang. Vorher war es einfach zu heiß. Doch der Strandspaziergang sollte nicht ohne Folgen bleiben.

Gefährliche Brandung
Stellplatz mit Aussicht
Yussuf! Ein toller Gastgeber
Wir hatten Glück mit dem Wetter
Ich bleib hier
Touristisch noch nicht erschlossen
Da kann man es aushalten
Langer Pazifikstrand – nur für uns
Vortrocknen der Wäsche – ist etwas nass geworden
Wir machen Wäsche
Ein genialer Stellplatz
Seit langem haben wir mal wieder im Dach geschlafen. Bei dieser Aussicht!
Viele tolle Muscheln gab es am Strand zu sammeln

Gerade als wir umdrehen wollen, stürzt auf einmal ein riesiger Hund bellend auf uns zu. Ich rechne damit, dass der Hund kurz vor uns Halt macht, doch ich liege falsch. Er rammt mich in den Oberschenkel. Ich schreie ihn an und er geht weg. Weißer Speichel hängt vor seinem Maul. Eine am Strand spazierende Oma gehört wohl zum Hund. Doch sie versteht kein Spanisch oder Englisch. Sie gibt uns zu verstehen, dass sie aus Rumänien kommt. Was sie wohl hier macht? Egal. Etwas geschockt laufen wir weiter. Dann bemerke ich, dass mein Hintern schmerzt. Dort finden wir dann auch eine kleine Bisswunde. Das hat uns gerade noch gefehlt. Zwar habe ich eine Tollwutimpfung, trotzdem muss man sich bei einem Verdacht umgehend in ein Krankenhaus begeben. Der Hund war aggressiv und hatte Speichel vor dem Mund – keine guten Voraussetzungen. Zurück am Camp erzähle ich den Restaurantbesitzer Yussuf von dem Vorfall. „Nicht schon wieder“ seufzt er und nimmt das Telefon zur Hand. Dann zeigt er mir ein Foto von einem Mann mit blutigem Arm. „Den hat der Hund erst letzte Woche angefallen. Immer wieder macht er Probleme. Ich habe eine Freundin angerufen, sie wird dich ins Krankenhaus fahren.“ Es ist schon dunkel als sie eintrifft. Und sie ist nicht allein. Die Besitzerin des Hundes ist mit dabei. Nervös zeigt sie mir den Impfpass vom Hund. Tollwutimpfung erst letztes Jahr. Dann sollte ja alles gut gehen. 45 Minuten fahren wir zum Bezirkskrankenhaus. Dort muss ich am Eingang meine Hose runterlassen und dem Pförtner meine Bisswunde zeigen. Dann werde ich ins Arztzimmer geschickt, wo der Arzt gerade einem Patienten ohne Narkose eine Platzwunde am Knie näht. Er gibt seinem Assistenten zu verstehen, dass er mir eine Tetanus-Impfung geben soll, was er auch gleich macht. Auf meinen gelben Impfpass schreibt er dann direkt aufs Deckblatt „Tetanus“, dann darf ich wieder gehen. So läuft das also hier. Zurück am Camp drückt mir die Besitzerin noch 40 Dollar für Schmerzmittel in die Hand. Erst lehne ich ab, dann nehme ich es doch an. Strafe muss sein und wer weiß, was mich noch erwarten wird.

Es gab auch freundliche Hunde

Eine Station haben wir noch auf dem Weg nach Panama-Stadt. Aber erstmal gilt sich es sich an Verkehrsregeln zu halten, denn in Panama wird regelmäßig die Geschwindigkeit via Laser kontrolliert. Irgendwie bin ich zwar mal wieder der Einzige, der sich an die Geschwindigkeitsvorgaben hält, dafür gibt’s auch kein Knöllchen. Unseren Zwischenstopp haben wir nun fast erreicht. Zwei Nächte wollen wir bei einem Restaurant am Strand campen und zwar kostenlos. Denn als Gegenleistung wird nur erwartet, dass wir morgens den Parkplatz von Laubblätter befreien. Das machen wir doch gern. Zudem bekommen wir Besuch. Rob und Dieke aus Holland, die mit ihrem VW-Bus unterwegs sind und die wir schon in Guatemala getroffen haben, steuern ebenso unseren Stellplatz an. Und natürlich gibt es unter Overlandern einige Geschichten zum Austauschen.

Der Camper von Rob und Dieke
Da kommt eine ordentliche Front
Hier gibt’s Bier aus Eimern

Dann ist es soweit. Wir haben die erste große Station unserer Reise erreicht: Panama-Stadt. Von hier aus wir unser Pajero mit dem Container nach Cartagena in Kolumbien verschickt. Wir haben noch einen Tag um kleine Reparaturen am Pajero vorzunehmen, dann heißt es ab in den Container. Vorher muss ich allerdings zur Polizeikontrolle, welche die Zolldokumente prüft. Früh um 6 steh ich dazu auf der Matte, um eine Nummer zu ziehen. Denn es werden nur begrenzt viele Kontrollen pro Tag vorgenommen. Um 8 bin ich dann endlich dran. „Die Fahrgestellnummer auf dem Zolldokument beinhaltet ein „O“. Der Buchstabe „O“ ist aber in Fahrgestellnummern nicht erlaubt. Das ist eine Null. Das Zolldokument muss geändert werden.“ erklärt mir der Beamte mit steinerner Miene. Alles Bitten und Diskutieren nützt nichts. Ich muss zum Zoll, der sich am anderen Ende der Stadt befindet und natürlich ist auch gerade Berufsverkehr. „So eine verdammte Scheiße!!!“ brülle ich aus dem Autofenster, während ich im Stau stehe. Woher soll man dass denn wissen? Und warum hat das der Zollmensch an der Costa Rica-Panama-Grenze nicht gewusst. Was solls. Zwei Stunden später werde ich mit dem richtigen Dokument erneut vorstellig. Dann passt es endlich. Zum Nachmittag muss ich aber erneut ins Büro und nach knapp 2 Stunden warten habe ich dann auch das Dokument in den Händen, dass wir für die Verschiffung brauchen.  Wir sind also bereit. Am nächsten Tag kann es zum Büro der Overlander-Embassy  gehen, von da aus wird verladen. Dort treffen wir auch sehr viele andere Fahrzeugreisende aus aller Welt. Es ist schon spannend immer mal in andere Autos zu schauen.

Unsere Dachterrasse in Panama-Stadt
Letzte Vorbereitungen vor der Verschiffung
Billig war die Verschiffung nicht

Der große Tag ist gekommen! Der Pajero wird kommt in den Container. Dazu fahren wir auf ein Abschleppauto und von da aus in den Container, der auf einem LKW-Anhänger steht. Unser Auto ist ja recht klein, also passen wir ohne Probleme in den Container, den wir uns mit einem Paar aus Holland mit einem Jeep und einem Abenteurer aus Kanada mit seinem Motorrad teilen. Die Verladung klappt problemlos. Ich kann sogar durch die Tür ganz normal aussteigen, so viel Platz ist an den Seiten. Knapp 1900 Euro wird uns die Verschiffung am Ende kosten. Das tut weh, aber eine andere Wahl haben wir nicht. Von der Agentur bekommen wir einen Link der Reederei. Am 1. Oktober, also in 2 Tagen, soll unser Schiff ablegen. Da wissen wir noch nicht, wie lang wir auf unser Auto warten werden müssen.

Mal wieder abgeschleppt
Zuerst geht es auf den Abschlepper
Und rein geht’s
Verplompt und ab geht’s
Da fährt unser Container
Alejandro hat die Verschiffung super organisiert

Wir haben noch knapp 2 Tage, um uns Panama-Stadt anzuschauen, bevor unser Flug nach Cartagena geht. Die Stadt kennen wir schon von unserer Panama-Reise kurz vor der Pandemie. Und es macht schon Spaß einige Orte aufzusuchen, die wir 2020 schon besucht hatten. Aber irgendwie freuen wir uns auch schon auf Kolumbien und Südamerika. Was uns dort wohl alles erwarten wird?

Hier waren wir vor 2 Jahren schon
Bis bald in Kolumbien!

Unsere Reiseroute

Reiseliteratur

Mathias Verfasst von:

2 Kommentare

  1. Torsten
    18. Januar 2023
    Antworten

    Hallo Ihr Beiden!

    Der Torsten hier. Wir hatten uns 2021 im Oktober zufällig am Kap Lindesnes in Norwegen getroffen.

    Krasse Reise, die Ihr da durchzieht! Und ich freue mich, dass es offensichtlich keine schwerwiegenderen Probleme für Euch gibt und nur hin und wieder – plopp – der Geduldsfaden reißt! 🙂

    Mit wem habt Ihr die Verschiffung Panama-Kolumbien über die Bühne gebracht? Das scheint ja gut geklappt zu haben!
    Und ich habe noch eine Frage. Habt Ihr einen internationalen Fahrzeugschein in der Tasche? Falls ja, wie seid Ihr an den herangekommen? Diese Frage mutet merkwürdig an, aber ich habe zwischenzeitlich 2 Zulassungsstellen kontaktiert und die stellen keine aus.

    Ich wünsche Euch eine weiterhin unfallfreie Fahrt und weitere faszinierende Eindrücke! Bleibt gesund und jagt die Abenteuer!

    Es grüßt der Torsten

    • Mathias
      25. Januar 2023
      Antworten

      Schön von dir zu hören! Von Panama nach Kolumbien haben wir mit Overlander Embassy verschifft. Das war super unkompliziert! Einen internationalen Fahrzeugschein hatte ich mir vor meiner Indienreise beschafft, aber wirklich noch nie gebraucht. Kannst du getrost drauf verzichten!

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