Wir fahren los! Auf nach Feuerland!

Kilometerstand 254.522. Ich drehe den Zündschlüssel um. Mit dem gewohnten Brummen beginnt sich der Motor zu drehen. Geduldig wartet unser Pajero darauf, dass wir die Parklücke in der Dresdner Neustadt verlassen und endlich losfahren. „Guten Tag, zweimal bis nach Feuerland bitte. Das Schiff ist leicht entartet.“ Dreieinhalb Jahre Vorbereitung liegen hinter uns. Noch realisieren wir nicht, was gerade passiert.

Die letzten Wochen waren vollgepackt bis oben hin. Phias Terminplan hatte kaum noch freie Stellen und bei mir standen noch 10 Vorträge in ganz Deutschland an. Nebenbei hakten wir die letzten Aufgaben auf unserer To-Do-Liste ab. Versicherungen, Nachmieter, Autoreparaturen. Alles erledigt. Aus unserer großen Abschiedsfeier machten wir drei kleinere. Zu groß war unsere Angst, dass wir uns kurz vor der Abfahrt mit Corona anstecken würden. Doch schon weit bevor der Abfahrtstag gekommen war, hatte es uns auch erwischt. Phia lag eine Woche flach, bei mir war es recht mild. So konnten wir dann doch zur dritten Abschiedsfeier, die gleichzeitig auf meinen Geburtstag fiel, noch einige Freunde und Familienmitglieder einladen. Es wurde noch einmal ein richtig tolles Fest. Mit vielen Tränen aber noch mehr glücklichen Momenten. Kritisch wurde es nur, als kurz vor Mitternacht unser Fassbier überraschend ausgetrunken war. Eilig machten sich vier starke Männer auf, um im nahegelegenen Lohrmanns-Büro Nachschub zu holen. Das war knapp. Den Tag vor der Abfahrt verbrachten wir mit auskatern und Wohnung aufräumen. Das Auto stand fast fertig gepackt vor der Tür. Dann war endlich der Moment gekommen. Die letzten privaten Sachen wurden aus den Schränken geräumt, die Wohnung gewischt und die Tür ins Schloss geworfen. Draußen warteten Olaf, Marietta und Rüchi zur Verabschiedung. Los geht’s!

Um etwas Ruhe in den aufregenden Start zu bringen, steuerten wir einen nahegelegenen See an. Drei Tage lang wollen wir letzte Dinge organisieren, umpacken und runterfahren. Auf dem Weg zum See fuhren wir bei meiner Schwester vorbei, wo wir von unseren drei Neffen mit einem Plakat mit „Gute Reise“ verabschiedet wurden. Dann drückten wir noch meine Eltern, banden uns die obligatorischen Glückbringer-Bändchen auf dem Rundblick in Malschendorf um, und kehrten in einem Landgasthof noch mal deftig ein.

Erst gegen Nachmittag erreichten wir unser Camp. Zwar wird es abends noch recht frisch, dafür schwitzen wir am Tag in der Sonne.

Für die nächsten Tage steht einiges auf dem Programm. Morgen geht es nach Berlin, denn Übermorgen steht mein Interview-Termin in der amerikanischen Botschaft an. Nachmittags fahren wir weiter nach Hamburg, wo wir am Freitag das Auto am Hafen abgeben. Leider hat unser Schiff schon 5 Tage Verspätung. Daher müssen wir uns überlegen, was wir vier Tage ohne unseren Pajero im kanadischen Halifax machen. Doch für die neuen Pläne haben wir noch genügend Zeit, schließlich sind wir ja dann ab Freitag erst einmal zwei Wochen in Sri Lanka.

Reiseliteratur

Mathias Verfasst von:

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