Couchsurfing im Iran

Azar

Mein Weg führte mich nun weiter in die Wüste in das 300km entfernte Yazd. Eine wunderschöne Stadt mit Wüstenflair. Die Sonne brannte. 38 Grad.

Yazd
Yazd

Die Stadt lernte ich durch Couchsurfing noch besser kennen, denn die Studentin Azar führte mich durch die engen Gassen zu den vor allem für einheimische beliebten Plätzen. Azar ist 29, studiert urbane Architektur und kommt gebürtig aus Mashhad. Sie gehört zu den wenigen Menschen im Iran, die nicht religiös sind, dies aber nicht in der Öffentlichkeit aus Angst vor Repressionen zeigen. Aus Ihren Augen spricht der Wunsch frei zu sein. Sich zu kleiden wie sie es mag, zu sagen was sie denkt, zu gehen wohin sie will. „Sobald wir hinter verschlossenen Türen sind, legen wir das Kopftuch ab und tauschen unseren langweiligen Umhang mit hippen Klamotten ein“. Wir essen zusammen in einem traditionellen Imbiss (wie immer auf dem Teppich) und diskutieren über den Nutzen der Religion. „Seit der Revolution müssen wir zu viele unnütze Regeln befolgen. Und alles im Namen Allahs. Wie kann das gut sein?“ Azar zeigt mir später noch das Wassermuseum. Denn in Wüstenstädten wie Yazd müssen die Menschen erfinderisch sein, um an Wasser zu kommen. So werden in weit entfernten Bergen tiefe Löcher in das Gestein gegraben, um an Wasserquellen zu gelangen. Das Wasser wird dann in unterirdischen Kanälen in die Städte geleitet und verteilt.  Die sogenannten Qanate sichern so die Städte so vor dem vertrocknen. Doch die Städte sind durstig und so muss zusätzlich die Stadt von Isfahan mit Wasser versorgt werden. Azar zeigte mir auch ihren Lieblingsplatz. Eine Dachterrasse mit Blick auf die Stadt. Auf dem Weg dahin kamen uns Polizisten entgegen, welche Azar ermahnten, dass sie nicht mit Ausländern sprechen sollte. Dies trübte die Stimmung bei dem sonst wunderschönen Sonnenuntergang über den Lehmdächern von Yazd.

Azar enjoing the view
Azar in Gedanken

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Reiseliteratur

Mathias Verfasst von:

2 Kommentare

  1. andi
    26. April 2018
    Antworten

    Danke für deine tollen Berichte da werde ich ganz neidisch:)

    • Mathias
      8. Juni 2018
      Antworten

      Vielen Dank 🙂

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