Durch das wilde Rajasthan nach Nordindien

Mein weiterer Weg führte mich in die für Hindus heilige Stadt Pushkar. Nach einer Legende ließ der Schöpfergott Brahma eine Lotusblüte fallen, und dort wo sie aufkam entstand auf wundersame Weise in der Wüste ein See. Um genau diesen befinden sich heute unzählige Tempel und Terrassen zum Wasser, wo gläubige Hindus vor allem morgens ihre rituellen Waschungen durchführen. Ich fand es mal wieder faszinierend diese wundersame und komplexe Kultur zu beobachten. Der Ort hatte sich darüber hinaus zum Mekka von Hippies und Sinnsuchende entwickelt, die sich abends zum musizieren, Kunststücke durchführen und tanzen am See treffen. Zusammen mit den gläubigen Hindus gab dies einen interessanten Mix.

Abendstimmung in Pushkar

 

Gläubige am Heiligen See

 

Pushkar und der heilige See

 

Abends konnte ich eine Tanzveranstaltung besuchen

In der Stadt Jaipur erlebte ich mal wieder ein weiteres Beispiel indischer Gastfreundschaft. Eigentlich wollte ich nur kurz zentrumsnah mein Auto abstellen, um die rosarote Stadt anzuschauen. Anlässlich eines Prinzenbesuchs wurde einst die alle Gebäude der Innenstadt neu bestrichen, um die schlechte Qualität der Bausubstanz zu übertünchen. Die in der Sonne pink leuchtende Farbe gab der Stadt ihren Spitznamen der rosaroten Stadt. Als ich gerade aus dem Auto stieg, sprach mich ein Mann an und fragte, ob er sich kurz mit mir unterhalten könne, denn er hat nur selten die Möglichkeit sich mit Ausländern zu unterhalten. Kurze Zeit später saß ich in seinem Laden und trank Tee. Der Besitzer reichte mir Gebäck, das seine Frau kürzlich gebacken hatte und besorgte weitere Snacks. Nach meinem Stadtrundgang lud mich der Bruder des Ladenbesitzers zu sich nach Hause ein. Er wohnte am Stadtrand und in seinem Garten könnte ich im Auto übernachten. Das Angebot nahm ich gerne an. Er stellte mich seiner gesamten Familie vor die mich köstlich bekochte. Richtige Gespräche kamen zwecks mangelnder Englischkenntnisse nicht zustande. Vielmehr spürte ich die Feindschaft zum Nachbarland Pakistan, als sein Schwager der felsenfesten Überzeugung war, dass in Pakistan 80% der Einwohner Terroristen sind. Das wurde ja schließlich im TV und Internet so gesagt. Eine große Bombe würde da sämtliche Probleme lösen. Er erntete bestätigendes Kopfnicken in der Runde und Unverständnis von mir.

Ein Süßigkeiten-Laden in Jaipur

 

Der Palast der Winde in Jaipur

 

Eingangstor zur rosaroten Stadt

 

Es war schön bei der Familie zu sein

Auf meinem Weg zum Ranthambore Nationalpark gab es einen lauten Knall und mein hinterer Reifen war platt. Es dauerte nur zwei Minuten, dann waren schon drei Inder da und übernahmen den Reifenwechsel. Sie schickten mich regelrecht weg, als ich selber Hand anlegen wollte. Ich sollte mir doch lieber die Hände waschen schlug der eine vor, als er gerade das Ersatzrad festschraubte. Tja was kann man am Reifenwechsel verkehrt machen dachte ich und nahm die Hilfe an. Ich entlohnte die drei mit 3 Euro und fuhr mit sauberen Händen weiter. Im Rückspiegel vernahm ich jedoch deutliches Wackeln des frisch ausgetauschten Rades. Am Zielort angekommen überprüfte ich daher nochmal die Radmuttern. Und was musste ich feststellen? Alle Muttern waren lose. Die Inder hatten vergessen die Radmuttern festzuziehen. Hätte ich nicht nachgeschaut, wäre mir wohlmöglich bei der Fahrt das Rad abgefallen und das hätte äußerst böse ausgehen können. Kopfschüttelnd stellte ich während ich das Rad festschraubte fest: Man kann doch einiges beim Radwechsel verkehrt machen…

Indische Fachkräfte beim Radwechsel

 

Zwei typische indische Affen

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Reisevorbereitung

Mathias Verfasst von:

3 Kommentare

  1. Mathias
    5. Oktober 2017
    Antworten

    Hallo Namensfetter, ich bin zwar schon 60 Jahre alt aber du lebst meinen heimlichen Traum, Respekt und Glückwunsch vor so viel Mut.
    Wünsch dir alles Gute für deine weiteren Vorhaben

  2. 19. Oktober 2017
    Antworten

    Hallo nochmal
    Wie gesagt, ich möchte seid zwei Jahren mit dem eig. Kfz nach Asien/ Indien fahren.
    aber bis jetzt habe ich mich noch nicht so richtig getraut…
    Ich war jetzt mit meiner Freundin seid 03/2015 im Auto unterwegs von Marokko bis Istanbul.
    Nun sind wir getrennt und ich möchte alleine bzw. mit Hund nach Asien kommen.
    Braucht man zwingend ein Allrad Kfz?
    Wieviel Geld hat dich der Diesel gekostet bis Indien?
    Wo bist du momentan unterwegs?
    Wie hast du Reisebegleitschaft gefunden?
    über antwort würde ich mich risig freuen…
    Timo
    mrbrown1@web.de
    woandersalsgestern

    • Mathias
      21. Oktober 2017
      Antworten

      Hallo Timo! Also erstmal Glückwunsch zu dein Vorhaben! Also zwingend brauchst du eigentlich kein Allrad, kommst auch mit einem normalen Auto bis Indien. Allrad macht wesentlich mehr Spaß, sobald du in Bergregionen oder Wüsten bist und mal etwas die Umgebung neben der Strecke kennenlernen willst! Hund kann an bestimmten Grenzen vielleicht schwierig werden, aber solang du alle Dokumente und Impfungen hast, sollte es gehen. In Indien gibt es aber sehr viele Straßenhunde die schon die Menschen und noch weniger andere Hunde leiden können. Also das solltest du überdenken. Wie viel Diesel du brauchst, hängt von der Strecke ab. Ich habe 28.000 KM bis Indien gebraucht und hab dabei knapp 2400 Liter verbraucht. Im Durchschnitt kostet der Liter Diesel 75cent, wobei er im Iran 19 Cent und in der Türkei 1,40 Euro kostet. Die kürzeste Strecke sind 10.000 KM, dabei geht es durch Iran und den Süden Pakistans. Insgesamt bin ich knapp 56.000 KM gefahren und bin auf den Rückweg durch Pakistan durch. Meine Reisebegleitschaft waren allesamt Freunde, den ich von der Reise erzählt habe und eine Etappenweise Mitfahrt schmackhaft gemacht habe 🙂 Das hat ziemlich gut geklappt! Ich schick dir mal eine Mail, wenn du Fragen hast kann ich dir gern helfen!

      Viel Spaß beim planen! Mathias

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