Die schönsten Nationalparks der USA – Teil 1

Kurz vor Los Angeles hatten wir unser Lager an einem Stausee mit kristallklarem Wasser aufgeschlagen. Nach Mexiko, dem nächsten Land auf unserer Reiseroute, waren es von diesem Punkt nur noch wenige hundert Kilometer. Locker zu bewältigen an einem Tag. Doch wir wollten noch mehr sehen von diesem schönen Land. Und das nicht nur zu zweit.

Ab jetzt zu viert unterwegs
Ab jetzt zu viert unterwegs

Mit Schwiegervater Olaf und Larsi hatten wir zum ersten Mal auf der Reise gleich zwei Mitfahrer. Damit kam aber auch der Pajero an seine absolute Zuladungsgrenze. Aber zunächst kamen wir alle an unsere Grenzen, als wir Olaf und Larsi vom Flughafen in Los Angeles abholten. Ein absolutes Chaos – sowohl im als auch außerhalb des Flughafens. Während unsere Mitreisenden über zwei Stunden an der Sicherheits- & Einreisekontrolle zubrachten (Ohne Toilette. Zitat Olaf: „Mich hätte es fast zerfetzt!“), verzweifelten wir am Verkehrschaos in L.A. und an der Parkplatzsituation am Flughafen. Dort gab es nämlich nur Parkhäuser, in die wir aufgrund unserer Höhe nicht reinpassten. Also setzte ich Phia am Terminal ab und bereitete mich schon vor Runden zu drehen, als ich doch noch ein Parkhaus fand, in das der Pajero reinpasste. Das Parkhaus war jedoch 2KM vom Terminal entfernt und zudem gab es dort nur Parkplätze für Behinderte und Elektroautos. Ich deklarierte den Pajero aufgrund der 150 Watt Solarpower auf dem Dach zum Elektroauto um und wartete im Auto bis der Flughafen endlich alle drei wieder ausspuckte. Dann lagen nochmal fast 6 Stunden Fahrt (auch aufgrund der vielen Staus rund um Los Angeles) vor uns, bis wir endlich im ersten Nationalpark auf unserer Reise zu viert etwas Ruhe fanden – dem Sequoia-Nationalpark.

Mit 2700 Jahren eines der ältesten Bäume auf der Welt
Mit 2700 Jahren eines der ältesten Bäume auf der Welt
Die Sequoia-Bäume sind einfach riesig
Die Sequoia-Bäume sind einfach riesig

An den ersten Tagen schrubbten wir gemeinsam viele Kilometer. Olaf und Larsi wollten gerne Mammutbäume sehen und diesen Wunsch erfüllten wir den beiden, auch wenn wir dafür fast 600 Kilometer mehr fahren mussten. Als nächstes steuerten wir das Death Valley an und erwischten einen „extrem kühlen“ Tag. Es waren nämlich nur 37 Grad. Am nächsten Tag zeigte das Quecksilber dort schon 52 Grad im Schatten an. Nicht umsonst zählt das Death Valley zu den heißesten Orten der Welt. Die Wüste hatte auch was Schönes und Faszinierendes an sich. Rückblickend konnte aber dieser Nationalpark nicht mit dem mithalten, was in den nächsten Tagen noch kommen sollte.

Überall finden sich Möglichkeiten zum Campen
Überall finden sich Möglichkeiten zum Campen
Vor tausend Jahren war das mal ein Fluß
Vor tausend Jahren war das mal ein Fluß
Mondaufgang
Mondaufgang
Camp im Mondlicht im Mitternacht
Camp im Mondlicht im Mitternacht
im Death Valley gibt es auch kleine Wüsten
im Death Valley gibt es auch kleine Wüsten
Ab hier nicht weiter, wenn es zu heiß ist (am tiefsten Punkt der USA)
Ab hier nicht weiter, wenn es zu heiß ist (am tiefsten Punkt der USA)
Tiefer geht es nicht
Tiefer geht es nicht

Damit wir die Nationalparks auch problemlos mit unserem Gefährt erkunden konnten, bekam der Pajero erst einmal frisches Öl. Den passenden Ölfilter hatte uns Olaf aus Deutschland mitgebracht. Wie wir feststellen mussten, war unser Auto in den USA ein Exot. Entsprechende Teile somit Mangelware. Und teuer.

Einfach nur Staunen
Einfach nur Staunen

Spontan änderten wir unser Tagesziel und steuerten den Valley of Fire Statepark an. Für Stateparks zählt der Nationalparkpass nicht, somit muss man dort extra Eintritt bezahlen. Der ist meistens aber moderat. In unserem Fall 25 Dollar einschließlich Camping für alle zusammen. Was für ein Deal. Und das Gute an Stateparks ist: Im Gegensatz zu Nationalparks sind sie meistens deutlich weniger besucht und können von ihrer Schönheit her locker mithalten. So hatten wir die wunderschöne Natur fast für uns allein. Das allerdings bei Temperaturen um die 40 Grad. Da werden auch kurze Wanderungen zum Stresstest des Kreislaufsystems. Die Entschädigung war jedoch ein herrlicher Stellplatz in einer roten Felslandschaft, in dem uns dazu noch ein seltenes Bighorn-Schaf besuchte. Spontane Planänderungen sind also doch für etwas gut.

Unser Stellplatz im Valley of Fire
Unser Stellplatz im Valley of Fire
Felsformationen im Valley of Fire
Felsformationen im Valley of Fire
Rotes Gestein
Rotes Gestein
Bei 38 Grad entdecken wir den Park
Bei 38 Grad entdecken wir den Park
Wir pressen uns durch Canyons
Wir pressen uns durch Canyons
Es ist einfach nur warm...
Es ist einfach nur warm…
Abenteuerluft schnappen
Abenteuerluft schnappen
Hier macht jemand Pause
Hier macht jemand Pause
Den Statepark fast für uns allein
Den Statepark fast für uns allein
Abends haben wir einen wunderbaren Sternenhimmel
Abends haben wir einen wunderbaren Sternenhimmel
Ein Besuch in unserem Camp
Ein Besuch in unserem Camp
Noch mehr Bighorn-Schafe
Noch mehr Bighorn-Schafe
Verrückte Farben
Verrückte Farben
Im Valley of Fire
Im Valley of Fire

Der nächste Nationalpark auf unserer Route war fast eine kleine Enttäuschung für uns. Zwar gehört der Zion Nationalpark zweifelsohne zu einem der schönsten in den USA, leider ist er völlig überlaufen. Als wir nachmittags hier ankamen, mussten wir feststellen, dass man nur mit einem Shuttlebus zu den schönsten Stellen im Park fahren kann. Dazu platze der Parkplatz für den Shuttlebus aus allen Nähten. Zahlreiche Autos drehten schon einige Runden, um genervt einen freiwerdenden Parkplatz zu ergattern. Keine guten Vorzeichen für eine entspannte Nachmittagswanderung durch den Park. Somit verließen wir den Park gleich wieder, um gleich morgens um halb sieben wieder auf der Matte zu stehen. Zwar fanden wir da ohne Probleme einen Parkplatz, dafür war trotzdem für diese Zeit schon enorm viel los. Wir stürzten uns in Getümmel, hatten zwei schöne Wanderungen, waren dann aber irgendwie froh wieder draußen zu sein.

Am Rande vom Zion
Am Rande vom Zion
Am Rande vom Zion finden wir einen ruhigen Stellplatz
Am Rande vom Zion finden wir einen ruhigen Stellplatz
Hier ist jemand neugierig
Hier ist jemand neugierig
Blick in den Zion
Blick in den Zion
Zion Nationalpark
Zion Nationalpark
Die Schlucht im Zion - kurze Zeit später völlig überfüllt
Die Schlucht im Zion – kurze Zeit später völlig überfüllt

Beim Bryce-Canyon Nationalpark sah es da schon anders aus. Zwar war auch hier gut was los, dafür konnten wir abseits der Hauptwege ganz für uns allein den Park erkunden. Unvergessen ist der erste Moment, als wir die außergewöhnlichen Felsformationen zu Gesicht bekamen. Wir liefen durch ein Stück Kiefernwald, wie er auch bei uns in Deutschland zu finden ist, als wir an einer Abbruchkante herauskamen und uns die ganze Schönheit dieses Nationalparks mit voller Wucht überwältigte.

Auf dem Weg zum Bryce Canyon
Auf dem Weg zum Bryce Canyon
Der Bryce Canyon
Herrliche Felsformationen
Der Bryce ist nice
Der Bryce ist nice
Was für eine Wanderung
Was für eine Wanderung
Auch hier gibt es natürliche Brücken
Auch hier gibt es natürliche Brücken
Im Bryce Canyon
Im Bryce Canyon
Einfach zu süß!
Einfach zu süß!
Blick auf den Bryce Canyon
Blick auf den Bryce Canyon
Bryce-Stimmung
Bryce-Stimmung

Wir hatten uns vorgenommen etwas weniger mit dem Auto zu fahren, dafür mehr zu wandern. Damit lag ein weiterer Geheimtipp genau zum richtigen Zeitpunkt auf unserer Route. Das Grand Staircase Escalante National Monument. Ein National Monument, so erklärte uns der freundliche Ranger im Escalante Visitorcenter, ist wie eine Vorstufe eines Nationalparks. Durch ein Dekret des Präsidenten kann eine Region diesen Status bekommen, ihn aber durch einen anderen Präsidenten wieder verlieren. Zum Nationalpark wird er dann durch einen Beschluss des Kongresses. Den Titel hat eine Region dann auf Lebenszeit sicher, einschließlich der zugehörigen Fördergelder. „National Monuments sind somit Spielbälle der Politik“ beschrieb uns der Ranger und zeigte uns gleich auf einer Karte, warum wir hier genau richtig waren, wenn wir nach Ruhe vor den Touristenmassen aus den Nationalparks suchten.

Unser selbstgefundener Wildcampingplatz
Unser selbstgefundener Wildcampingplatz

Im Escalante verbachten wir drei volle Tage und hätten locker noch länger bleiben können. Fast die gesamte Zeit begegneten wir nur einer Handvoll Besucher. Wir kletterten auf Felsen, zwängten uns durch sogenannte „Slot Canyons“ und ließen im Fluss die Seele baumeln. Dieser befand sich in einem sehr gemütlichen Campingplatz, der lediglich 10 Stellplätze hat. Wir kamen genau zeitgleich mit einem Rentnerehepaar aus den USA an, die ihren Wohnanhänger hinter sich herzogen. Als ich den Campingplatz-Manager fragte, ob noch ein Stellplatz frei wäre, fuhr das Ehepaar an uns vorbei und schnappte sich den letzten freien Stellplatz. Als sie unsere Enttäuschung bemerkten, boten sie uns sofort an sich den Stellplatz mit uns zu teilen. „Wir zahlen auch die Stellplatzmiete.“ stellte der Ehemann klar. Wir wollten auch nicht mehr weiterfahren und willigten ein. Und jetzt stellt euch mal genau die Situation auf einem Campingplatz an der Ostsee vor. Mehr muss ich wohl nicht dazu sagen…

Herrliche Landschaft ganz für uns allein
Herrliche Landschaft ganz für uns allein
Der Zebra-Slot Canyon
Der Zebra-Slot Canyon
Es wurde ziemlich eng
Es wurde ziemlich eng
Entspannen im Bach
Entspannen im Bach
Phia beim Kochen. Im Hintergrund der geteilte Stellplatz
Phia beim Kochen. Im Hintergrund der geteilte Stellplatz
Ziel einer Wanderung
Ziel einer Wanderung
Es wurde eng und nass
Es wurde eng und nass

Wir erkunden den Escalante Nationalpark

Allerlei Tiere gibt es zu sehen
Allerlei Tiere gibt es zu sehen

Nach einer Woche voll blauem Himmel zogen auf einmal Wolken auf. Wir hatten gerade einen schönen Wildcampingplatz an einem Bergstausee verlassen, als wir sorgenvoll auf das Wolkenband blickten. Als wir etwas Internet in den Bergen erhaschten, wurde unsere Befürchtung bestätigt. Für die nächsten Tage waren einige Gewitter gemeldet. Allerdings freuten wir uns auch über etwas Abkühlung. Was jedoch dann auf uns zu kam, hatte keiner von uns auf dem Schirm gehabt. Und fast wäre es lebensgefährlich geworden…

Hier haben wir unsere Ruhe
Hier haben wir unsere Ruhe
Glasklare Seen
Glasklare Seen
Wenn immer es geht holen wir das Boot raus
Wenn immer es geht holen wir das Boot raus
Der Anfang einer kleinen Katastrophe
Der Anfang einer kleinen Katastrophe

Unsere Reiseroute

Reiseliteratur

Mathias Verfasst von:

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