Das Schicksal Pakistans

Anfang Januar 2010 gab es einen gewaltigen Bergsturz im Hunza-Tal. Der Hunza-Fluss staute sich auf einer Länge von 16 KM auf und überschwemmte zahlreiche Dörfer sowie den Karakorum-Highway. Der auf diese Weise aufgestaute See wurde Attabad-Stausee genannt und für die Folgejahre konnten Fahrzeuge nur auf kleinen Booten den See überqueren. Diese Erfahrung blieb uns glücklicherweise erspart, denn in nur wenigen Jahren Bauzeit haben die Chinesen einige mächtige Tunnel in den Berg gesprengt, sodass seit Frühjahr 2016 wieder Fahrzeuge auf dem Karakorum-Highway von und bis nach China fahren können. Der Anblick dieses gewaltigen Stausees mit seiner türkisblauen Färbung war überwältigend!

Der Attabad-Stausee

Das schlechte Wetter hielt an und so verpassten wir einige schöne Landschaften auf dem letzten Abschnitt des so schönen Tals. Uns erreichte die Nachricht, dass der Pass geöffnet wäre. Die Lawinengefahr sei jedoch sehr hoch und die Straße könnte jederzeit wieder verschüttet werden. Wir hatten nur ein kleines Zeitfenster, denn die nächste Schlechtwetterfront näherte sich der Region. In Sost, 80 KM vor der Grenze wurden die Grenz- und Zollformalitäten erledigt, dann beeilten wir uns, die letzten Kilometer zur Grenze lawinenfrei zurückzulegen. Die Straße war vom Winter gezeichnet. Viele Steine lagen noch auf der Fahrbahn und der letzte Abschnitt war teilweise komplett verschneit. Doch wir schafften es, auch wenn wir das Motorrad auf den letzten Metern zu viert durch den Schnee ziehen mussten. Wehmütig ließen wir dieses schöne Land hinter uns und waren gespannt welche Hürden uns der viertägige China-Transit stellen würde. Nach meiner letzten China-Erfahrung war ich eher pessimistisch.

Ein seltener wolkenfreier Blick von Sost

 

Auf dem letzten Abschnitt des KKH gab es viele Steinschläge (c) Bert aus Schweden (www.dreamtrip.se)

 

Angekommen am Khunjerab-Pass waren wir die ersten seit vielen Tagen. Im Schnee gab es keine Fahrspuren

Nach diesem ausführlichen Bericht möchte ich diesmal ein Fazit über das besuchte Land ziehen. Mir ist bewusst, dass ich nur einen kleinen Teil des Landes gesehen habe. Doch viele Reisende die ich getroffen habe und auch die Südteile des Landes besucht hatten stimmten mir zu, dass Pakistan ein sicheres Reiseland ist. Die Polizei- und Sicherheitskräfte setzen sich stark für das Wohlbefinden ausländischer Besucher ein. Die Einwohner des Landes empfingen und zu jederzeit mit einer ehrlichen Freundlichkeit, die ich nur selten auf dieser Reise erfuhr. Es obliegt jeden selbst, die Sicherheitslage einzuschätzen, abzuwägen und zu entscheiden, ob dieses Land auf der persönlichen Reiseroute liegen soll. Ich glaube in der heutigen Zeit kann es auf der ganzen Welt schnell zu Problemen kommen. Und manchmal ist man auch nur zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich kann nur empfehlen sich selber ein Bild zu machen und dieses wunderschöne Land zu besuchen. Für mich war es eines der schönsten Erlebnisse auf dieser Reise und wie in Georgien lege ich mich fest: Ich werde wieder kommen…

Letztes Foto in Pakistan. Weiter geht es durch China nach Kirgistan

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Die Route durch Pakistan

 

 

 

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Reisevorbereitung

Mathias Verfasst von:

4 Kommentare

  1. 9. Mai 2017
    Antworten

    Oh man, Pakistan! Tolles Land, schreckliches Image.
    Deine Bilder sind großartig. Wenn wir das nächste Mal in Pakistan sind, dann vielleicht auch mit dem eigenen Auto und nicht nur mit den Autos der anderen 😀
    Die lästige Polizeieskorte hat sich bis dahin hoffentlich erledigt.

    Bezüglich der Madrasas lohnt es sich auch den Zusammenhang zwischen der Radikalisierung pakistanischer Schüler und der „Hilfsorganisation“ USAID zu hinterfragen. Spannend ist das allemal und mit dem Kopf schütteln kann man auch.

  2. Irene
    18. Juni 2017
    Antworten

    Was für ein unglaublich schöner und eindrucksvoller Trip und fantastische Bilder & Videos. Lässt mein Herz höher schlagen und mein Wunsch, nach Pakistan zu reisen, wird immer dringender. Hab das schon lange im Hinterkopf, aber da Mitreisende zu finden, die sich trauen, war bisher unmöglich.
    Danke dir für deinen wunderschönen Bericht!

  3. Gayatri
    17. Juli 2017
    Antworten

    Lieber Mathias,
    Dank für Deinen Mut, diese Länder zu bereisen!
    In Indien bin ich Motorrad gefahren. Nachdem ich mich an das Chaos gewöhnt hatte, fand ich´s lustig. Aber ohne Mantra geht natürlich nichts…

    Ich suche noch Reisepartner, will mit meinem VW Polo Kombi Richtung Indien.
    Darf ich hier Irene einladen?

    Hey Irene, wahrscheinlich brauchen wir noch einen Mann, um in Pakistan klarzukommen!
    Mitte Oktober bin ich mit meinen Terminen hier durch…

    Türkei, Iran und Pakistan werdn neu für mich sein, ich bin dankbar für jede hilfreiche Info:
    gayatri@gmx.de

    • 7. September 2017
      Antworten

      Hallo,

      steht die Reiseplanung denn nun schon? 😮 Mein Partner und ich planen auch über den Landweg nach Südostasien (vorerst wahrscheinlich aber Indien) zu reisen.

      Liebste Grüße Lu ♥

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