Das Schicksal Pakistans

Mit dem schönen Wetter war es erstmal vorbei, was zwar erstmal nicht tragisch klingt, doch auf den engen Bergstraßen bedeutete Regen Gefahr von Erdrutsch und Steinschlägen. Entsprechend zügig machten wir uns aus dem Staub. Nach einer Weile bemerkte ich einen großen Stein auf der Straße als es plötzlich einen Knall gab. Ein Stein hatte uns erwischt. Glück im Unglück: Der Stein ist auf einen der Ersatztanks auf mein Dach gefallen und hat das Solarpanel nur knapp verpasst…

Zurück auf dem Karakorum Highway lobten wir die Baukünste der Chinesen, denn der letzte Abschnitt bis zur Grenze wurde vom Reich der Mitte gebaut und das gefiel uns sofort. Wir befuhren das Hunza-Tal und wie auch schon nach Skardu bemerkten wir, dass viel mehr Frauen auf den Straßen zu sehen waren. Hier wurde in den letzten Jahren sehr viel in die Bildung investiert. Die Analphabeten-Quote ist die niedrigste im ganzen Land. Bei einem Restaurant-Besuch in Karimabad erklärte uns der Besitzer ein interessantes Phänomen. „Hier in Hunza tragen nur sehr wenige Frauen ein Kopftuch. In den letzten Jahren ist vor allem der inländische Tourismus gestiegen und letztes Jahr sind so viele pakistanische Touristen gekommen, dass alle Hotels und Gasthäuser belegt waren und einige Touristen bei Familien aus den umliegenden Dörfern untergekommen sind. Viele der Besucher nahmen zuerst an, dass die Bewohner des Hunza-Tals keine guten Muslime sind, da ihre Frauen kein Kopftuch tragen. Doch als sie ein paar Tage mit den Familien gewohnt haben, bemerkten sie dass keiner ihre Frauen wegschnappen wird und dass die Einwohner dies sehr gut mit dem islamischen Glauben verbinden können. Auch staunten sie über das gute Bildungssystem in der Region. An den letzten Tagen trug fast keine Frau der pakistanischen Touristen mehr ein Kopftuch. Und mit vielen positiven Erfahrungen fuhren sie dann wieder in ihre Heimat.“ Es war ein interessantes Beispiel wie der Tourismus Einfluss auf die Gesellschaft im Land hat. Und die Bereitschaft von Landsleuten zu lernen ist größer als die von internationalen Hilfsorganisationen.

Hoch oben auf einem kleinen Plateau mit Blick auf das Hunza-Tal verbrachten wir in Karimabad einige Tage. Ab und zu lockerte es auf und wir bekamen einen fantastischen Blick auf die Umliegenden 5000er, 6000er und 7000er Berge. In den unterschiedlichen Höhenlagen war die Aprikosenblüte verschieden weit fortgeschritten und so konnten wir beim Spaziergang diese traumhaften blühenden Landschaften beobachten. Hier trafen wir auch Josephine und David aus Amsterdam und Catharina und Bert aus Schweden. Zusammen mit dem deutschen Paar und einen Motorradfahrer aus Singapur wollten wir später China durchqueren. Doch der geplante Transit war alles andere als sicher. Durch das schlechte Wetter hatte es auf dem 4699m hohen Khunjerab-Pass zu China geschneit und eine Schneelawine versperrte die Straße zur Grenze. So war einige Tage hoffen und bangen angesagt.

Treffpunkt und Organisation. Vorn Catharina und Bert aus Schweden. (c) Bert aus Schweden (www.dreamtrip.se)

 

Der Rakaposhi (7788m). Kurzzeitig ein wolkenfreier Blick

 

Frühlingsstimmung in Karimabad. Die Wolkendecke reißt auf

 

Eine Kuh schaute interessiert aus dem Fenster

 

Blick auf dem Hunza Peak (6270m) und den Ladyfinger Peak (6000m)

 

Traditioneller Ackerbau

 

Die Karawane wächst: Josephine und David (Holland), wir, Anna und Heiner (Stuttgart)

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Reisevorbereitung

Mathias Verfasst von:

4 Kommentare

  1. 9. Mai 2017
    Antworten

    Oh man, Pakistan! Tolles Land, schreckliches Image.
    Deine Bilder sind großartig. Wenn wir das nächste Mal in Pakistan sind, dann vielleicht auch mit dem eigenen Auto und nicht nur mit den Autos der anderen 😀
    Die lästige Polizeieskorte hat sich bis dahin hoffentlich erledigt.

    Bezüglich der Madrasas lohnt es sich auch den Zusammenhang zwischen der Radikalisierung pakistanischer Schüler und der „Hilfsorganisation“ USAID zu hinterfragen. Spannend ist das allemal und mit dem Kopf schütteln kann man auch.

  2. Irene
    18. Juni 2017
    Antworten

    Was für ein unglaublich schöner und eindrucksvoller Trip und fantastische Bilder & Videos. Lässt mein Herz höher schlagen und mein Wunsch, nach Pakistan zu reisen, wird immer dringender. Hab das schon lange im Hinterkopf, aber da Mitreisende zu finden, die sich trauen, war bisher unmöglich.
    Danke dir für deinen wunderschönen Bericht!

  3. Gayatri
    17. Juli 2017
    Antworten

    Lieber Mathias,
    Dank für Deinen Mut, diese Länder zu bereisen!
    In Indien bin ich Motorrad gefahren. Nachdem ich mich an das Chaos gewöhnt hatte, fand ich´s lustig. Aber ohne Mantra geht natürlich nichts…

    Ich suche noch Reisepartner, will mit meinem VW Polo Kombi Richtung Indien.
    Darf ich hier Irene einladen?

    Hey Irene, wahrscheinlich brauchen wir noch einen Mann, um in Pakistan klarzukommen!
    Mitte Oktober bin ich mit meinen Terminen hier durch…

    Türkei, Iran und Pakistan werdn neu für mich sein, ich bin dankbar für jede hilfreiche Info:
    gayatri@gmx.de

    • 7. September 2017
      Antworten

      Hallo,

      steht die Reiseplanung denn nun schon? 😮 Mein Partner und ich planen auch über den Landweg nach Südostasien (vorerst wahrscheinlich aber Indien) zu reisen.

      Liebste Grüße Lu ♥

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